MINT-Frauennetzwerk
Das interkantonale Projekt geht in die zweite Runde

Seit über drei Jahren setzt sich das interkantonale «MINT-Frauennetzwerk», bestehend aus engagierten Lehrerinnen, Gymnasiastinnen, Studentinnen und berufstätigen Frauen, aktiv dafür ein, das Interesse von Gymnasiastinnen in MINT-Fächern zu wecken und den Frauenanteil in MINT-Berufen zu erhöhen.
Studien belegen, dass die Berufswahl durch soziokulturelle Faktoren wie etwa kulturelle Vorstellungen von «typisch männlichen» und «typisch weiblichen» Berufen beeinflusst wird. Vielen Mädchen ist zudem gar nicht bewusst, welche Möglichkeiten die verschiedenen MINT-Berufe bieten und dass auch Frauen in diesen Bereichen arbeiten und erfolgreich sind. Deshalb ist es ein zentraler Bestandteil der Arbeit, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen. Um die Stereotype der «typisch männlichen» und «typisch weiblichen» Berufen zu durchbrechen und bei den jungen Frauen das Interesse für MINT-Studiengänge und -Berufe zu wecken sowie ihnen die Vielfalt der beruflichen Perspektiven im MINT-Bereich nahezubringen, entstand das «MINT-Frauennetzwerk». Ursprünglich eine kantonale Initiative des Kantons Luzern, ist das «MINT-Frauennetzwerk» heute ein erfolgreiches interkantonales Projekt zwischen den Kantonen Aargau, Luzern, Zug und Zürich.
Das «MINT-Frauennetzwerk» aus vier Teilprojekten: Experimentierhalbtage, MINT-Speeddatings, Exkursionen in die Forschungs- und Berufswelt und Informationen an Schülerinnen zu MINT-Studien und –Berufen (z.B. in Form von MINTerviews). Weiter sollen Gleichstellungshalbtage Schülerinnen und Schüler zum Perspektivenwechsel bei der Berufs- und Ausbildungswahl im MINT-Bereich einladen und ein jährliches Netzwerktreffen den Austausch unter den im Netzwerk beteiligten Lehrpersonen und MINT-Verantwortlichen fördern.
Der Experimentiertag hat zum Ziel, jungen Schülerinnen mit eigens eingerichteten Experimenten einen spezifisch weiblichen Zugang zu den «männlichen» Naturwissenschaften zu ermöglichen und das Interesse an MINT zu stärken. Am Experimentiertag lassen die Schülerinnen der oberen Gymnasialklassen die jüngeren Gymnasiastinnen an spannenden Forschungsfragen und Experimenten aus den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik teilhaben. Unterstützt werden sie dabei von MINT-Lehrerinnen.
Neu werden zusätzlich Experimentiertage für Primar- und/oder Sekundarschülerinnen angeboten. Diese kommen durch die Teilnahme an solchen Experimentierhalbtagen bereits früh mit verschiedenen MINT-Themen in Kontakt und können so mögliche Vorurteile gegenüber bestimmten Fächern abbauen. Förderprogramme und Initiativen für die MINT-Fächer stellen nämlich einstimmig fest, dass die Mädchen im Primarschulalter nicht nur genauso talentiert sind, sondern sich auch gleichermassen begeistern lassen wie die Knaben. Der frühe Kontakt ist insofern wichtig, da sie sichteilweise bereits vor Eintritt in ein Gymnasium für ein Schwerpunktfach entscheiden müssen.
Innerhalb von etwa fünf Minuten haben Schülerinnen in den «MINT-Speeddatings» die Möglichkeit, auf Augenhöhe mit Studentinnen, Forscherinnen und Frauen in MINT-Berufen in Kontakt zu treten. Sie können Fragen stellen, von ihrem Alltag, ihren Projekten hören und über mehr über ihre Faszination für MINT-Themen und ihren Werdegang erfahren. In den persönlichen Gesprächen können die Gymnasiastinnen direkt von den MINT-Expertinnen erfahren, warum diese «ihre» Naturwissenschaft, «ihre» Technik, «ihren» Ingenieurberuf so interessant und wichtig finden. Dieser persönliche Zugang zu den MINT-Berufen stellt den Kern des Speeddatings dar. Es sind gerade die unterschiedlichen Biografien der MINT-Expertinnen, die den Gymnasiastinnen einen bunten Einblick in die MINT-Arbeits- und Studienwelt gewähren und ihnen zeigen, wie individuell und abwechslungsreich eine Arbeit im MINT-Bereich sein kann.
Auf Exkursionen in die Forschungs- und Berufswelt erleben die Schülerinnen die Studentinnen, Forscherinnen und Frauen in MINT-Berufen in ihrem Alltag und erhalten damit eine weitere Möglichkeit für einen intensiven Austausch.
Eine Möglichkeit, Schülerinnen zu MINT-Studien und –Berufen zu informieren sind beispielsweise MINTerviews. In diesen Gefässen erzählen Frauen über ihre Berufe im MINT-Bereich und MINT-Studentinnen informieren aus erster Hand über ihr Studium in MINT-Fächern. Bei einem anschliessenden Apéro können sich die Schülerinnen direkt mit den Berufsfrauen und Studentinnen austauschen.
Neu findet innerhalb des «MINT-Frauennetzwerkes» ein Gleichstellungshalbtag statt. Der Schwerpunkt des Halbtags liegt auf der Sensibilisierung der Schülerschaft auf die Gleichstellungsprobleme in der MINT-Welt. Es sind unterschiedliche Workshops ausschliesslich für Mädchen zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Führungskompetenzen von Frauen in MINT-Bereich geplant, sowie Workshops ausschliesslich für Jungs zum Thema Geschlechterstereotype aus Männerperspektive.
Die verschiedenen Aktivitäten des «MINT-Frauennetzwerk» leisten zusammen einen nachhaltigen und umfassenden Beitrag zur MINT-Bildung über die kantonalen Grenzen hinaus.
Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt das Projekt bereits zum zweiten Mal mit Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz.
An diesem Projekt sind folgende Schulen beteiligt: Kantonsschule Alpenquai (LU), Kantonsschule Beromünster (LU), Kantonsschule Musegg (LU), Kantonsschule Seetal (LU), Kantonsschule Sursee (LU), Kantonsschule Schüpfheim (LU), Alte Kantonsschule Aarau (AG), Kantonsschule Baden (AG), Neue Kantonsschule Aarau (AG), Kantonsschule Wohlen (AG), Kantonsschule Menzingen (ZG) und Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl (ZH).
Das MINT-Frauennetzwerk berät interessierte Kantone oder Schulen gerne zum Aufbau eines eigenen MINT-Frauennetzwerks. Für weitere Auskünfte stehen die kantonalen Projektleitungen Luzern, Aargau und Zug zur Verfügung:
Nicole Lampart-Grab, Projektleitung Kanton Luzern, nicole.lampart-grab@lu.ch
Ina Keilwerth, Projektleitung Kanton Aargau, ina.keilwerth@ag.ch
Katharina Baume, Projektleitung Kanton Zug, katharina.baume@ksmenzingen.ch
Contact
Dienststelle Gymnasialbildung Kanton Luzern
Bahnhofstrasse 18
6002 Luzern
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